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Sportportraits

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„Boxen ist ein Teamsport.“

Boxer 3
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Muskelprotz, Stiernacken und Totenkopftattoo; jeder hat ein bestimmtes Bild vor Augen, wenn er an Kampfsportler denkt. Wie so oft passen Stereotype hier gar nicht: Kay Gers könnte man sich mit seiner athletischen, schlanken Statur und seinem gewinnenden Lächeln auch beim Golf oder Tennis vorstellen. Aber: „Ballsportarten liegen mir nicht und machen mir auch keinen Spaß“ sagt er. Das Boxen hingegen liegt in seiner Familie: „Mein Vater ist Boxtrainier. Laufen und Boxen hab‘ ich also gleichzeitig gelernt“. Kays Vater ist auch Bundeswehrsoldat. Für Kays Jugend bedeutete das: Dort trainieren und boxen, wo sein Vater stationiert war, oft mit seinem Papa gemeinsam.

Zurzeit bereitet sich Kay auf die Hochschulmeisterschaft in Potsdam vor, bei der er die Universität der Bundeswehr München mit zwei weiteren Kameraden vertreten wird. Alle drei haben den Anspruch, Gold zu holen. Kay im Schwergewicht, seine Teamkollegen im Halbschwergewicht und Weltergewicht. Mit dabei: Kays Vater als Betreuer. Die zeitintensiven und mehrwöchigen Vorbereitungen auf einen Boxwettkampf sind, besonders parallel zum Studium, kräfte- und nervenzehrend. Kay muss in zehn Wochen sechs Kilo abnehmen. Dazu ist viel Disziplin und absoluter Alkoholverzicht nötig. Er muss selbst und ausgewogen kochen und täglich zwei bis drei Stunden trainieren; sieben Tage die Woche.

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Aggression ist zweitrangig

Boxer 5
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Die Vorbereitung für den Wettkampf nimmt er sehr ernst und geht beim Training oft bis an die Schmerzgrenze und darüber hinaus: „Wenn du mal einen schlechten Tag hast, oder nicht so gut drauf bist, dann musst du trotzdem hin und es durchziehen. Es macht nicht immer Spaß.“

Gibt es das für ihn eigentlich, die Angst vor dem Kampf? „Vor einem Kampf bin ich entweder nervös oder apathisch. Angst, das ist das falsche Wort. Ich habe keine Angst vor dem Gegner, sondern eher davor, dass ich meine Leistung nicht richtig abrufen kann.“ Aggression, erklärt er, ist nur zweitrangig im Boxsport. Man darf zwar nicht zimperlich oder zaghaft sein in einem Kampf, soll sich jedoch auch nicht von Emotionen mitreißen lassen. Und mit dem Schlussgong muss dann jegliche Aggressivität ihr Ende finden.

Auch Menschenkenntnis ist in Kays Augen wichtig: „Einen guten Boxer macht für mich aus, dass er variabel boxen kann und sich auf seinen Gegner einstellt, dazu muss er erst mal sein Gegenüber einschätzen und lesen können.“ Überraschenderweise ist es gerade der Teamgeist, den Kay an seinem Sport schätzt. „Im Ring ist man zwar alleine und auf sich gestellt“, gibt er zu, aber das ganze Drumherum, wie das Training, die Fahrten, die Besprechungen; all das ist geprägt von echter Kameradschaft und Teamarbeit. Von der Vorbereitung bis zum Mitfiebern, wenn der Teamkollege im Ring steht, jeder fühlt sich als Teil des Teams: „Das ist so intensiv, als ob man selber boxen würde“, versichert er. Ist die Hochschulmeisterschaft vorbei, hat Kay das darauffolgende Turnier schon fest im Blick. Im Juli will er erneut in den Ring steigen.

Text und Fotos: Marc Pieprzyk


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„Als ich angefangen habe, hatte ich Höhenangst.“

Klettern 3
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Viele bunte Griffe laufen entlang der grau-orangenen Wand am Kletterturm der UniBw. In allen erdenklichen Größen und Höhen sind sie angeordnet. Mittendrin befindet sich ein junger Mann mit einem klaren Ziel: oben ankommen. Es ist Emanuel Brückner. Manu, so nennen ihn seine Freunde, klettert gerade auf einer Höhe von rund 20 Metern. Konzentriert arbeitet er sich am Überhang entlang. Seine Hand greift nach hinten in ein kleines Säckchen. Magnesium trocknet die schwitzigen Finger und gibt ihnen noch mehr Halt. Sein Blick richtet sich weiter nach oben. Er bewegt sich geschmeidig wie Spiderman am Relief. Das Klettern ist für ihn mehr als nur ein Sport – es ist eine Leidenschaft. Mit seinen 22 Jahren hat Manu bereits eine C-Lizenz, mit der er Anfänger im Klettersport ausbilden kann. Jedes Trimester bringt er rund 45 Studierenden das Klettern bei.

Wie er zum Klettern kam? In der Erlebnispädagogik nahm alles seinen Anfang; mit 14 Jahren nahm er als Teilnehmer an einem Camp der Erlebnispädagogik teil. Der Seminarleiter, ein ehemaliger Heeresbergführer, brachte ihn dort in Kontakt mit Karabinern und Seilen – das Feuer war entfacht.

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Auch die Gefahr gehört dazu

Klettern 5
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In der Erlebnispädagogik sieht er auch seine berufliche Zukunft, auf die er sich in seinem Pädagogikstudium vorbereitet. Vorher wird er aber noch seinen Dienst als Offizier in der Gebirgsjägertruppe ableisten. Das Klettern wird also Manus Leben bestimmen – obwohl es auch seine Schattenseiten hat. Denn Klettern ist ein risikoreicher Sport: „Als ich angefangen habe, hatte ich Höhenangst.“ Diese Angst hat sich besonders bei Stürzen ins Seil bemerkbar gemacht. Durch langsames Herantasten und über einen eisernen Willen konnte er seine Angst überwinden.

Unbegründet ist die Angst dabei nicht: Er hat schon selbst erfahren, dass Klettern lebensgefährlich sein kann. Bei einer gemeinsamen Tour stürzte sein Partner Kay beim Aufstieg ab, als sich der Felsen, an dem er sich festhielt, aus dem Berg löste. Zehn Meter fiel Kay nach unten und schlug samt Gestein auf dem Sandplatz auf. Nach einer Schrecksekunde erkannte Manu, dass das Seil durch das Geröll zerschnitten worden war. Glücklicherweise war sein Freund nicht schwer verletzt. Durch seine Ausbildung in der Bergrettung konnte Manu sofort den wichtigen Notruf absetzen und Erste Hilfe leisten. „Es ist wie bei allen Extremsituationen: Ruhe bewahren!“, fasst Manu zusammen. Wenig später konnte die Gruppe von einem Helikopter ausgeflogen werden.

„Wenn einen die Angst übermannt, dann muss man sich einfach gut zureden. Wichtig ist es, Objektivität rein zu bekommen“, sagt mir Manu mit einem entschlossenen Gesichtsausdruck. Aber was reizt ihn trotzdem am Klettern, obwohl er immer mal wieder mit der Angst kämpfen muss? „Der Ausstieg aus der Wand, wenn man eine Etappe erreicht hat, das Überwinden von sich selbst – und der Erfolg, der übrig bleibt!“

Text und Fotos: Martin Freier

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„Unsere Läufe zu zweit sind auch Beziehungszeit.“

Laufen 3
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Als Vanessa das erste Mal mit Arne 2015 in der Grundausbildung laufen geht, denkt sie noch nicht an ein Date. Ab Juni 2016 geht sie dann immer mehr mit Trainingsplan, Ziel und natürlich mit Arne laufen. Die beiden werden nicht nur beim Laufen unzertrennlich, sondern auch im Privatleben. Arne spornt Vanessa an und gibt ihr Tipps während der gemeinsamen Trainingseinheiten. An der Uni angekommen, gründen sie im April 2017 das „Hermes Laufteam UniBw München“. „Wir wollten eine Plattform für Laufbegeisterte, die Trainingspartner suchen und gemeinsam laufen gehen wollen. Meinen Namensvorschlag „Speedy Gonzales“ hat Arne aber abgelehnt“, erzählt Vanessa lächelnd.

Fünfmal pro Woche leiten sie verschiedene Trainingseinheiten: 200 Meter-Sprints, Motorik, Intervalltraining, Berganläufe. Die Woche lassen sie freitags oft mit einem lockeren Dauerlauf (fünf Kilometer) ausklingen. „Auch bei Regen und Kälte gehen wir laufen, wir haben es ja schließlich eingetragen und die anderen verlassen sich darauf.“ So macht das Pärchen einen vermeintlichen Einzelsport zum absoluten Teamsport. „Außerdem hat man auch Zeit, miteinander zu reden.“ Beim Laufen reden? „Natürlich nicht bei intensiven Einheiten. Aber in den Erholungsphasen oder bei den Dauerläufen. Wenn Arne und ich am Wochenende gemeinsam laufen, nutzen wir die Zeit auch zum Plaudern.“

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Ein Leben auf der Tartanbahn

Laufen 5
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Am 31.05.2018 läuft Vanessa beim Solidaritätslauf der Universität der Bundeswehr Hamburg. Ihre Zeit vom letzten Jahr (01:03:07) will sie diesmal unterbieten. Keine leichte Aufgabe, da der zwölf Kilometer lange Lauf in der Mittagshitze bei bis zu 30°C stattfindet. Ihren anfänglichen Bedenken, einen Kreislaufkollaps zu erleiden, rennt sie regelrecht davon mit einer Zeit von 00:58:31 (Platz 35 von 610 Läufern). Im Ziel angekommen, wartet Arne schon auf sie und reicht ihr Wasser. Trotz der harten Bedingungen fühlt sie sich nach dem Lauf ganz gut. „Es war die Hitze, da ist man danach kurz kaputt. Aber so richtig fertig war ich nicht, ich hatte auch später keinen Muskelkater.“ Auch für Arne war der zwölf Kilometerlauf ein voller Erfolg: Er gewann mit einer Zeit von 00:41:03. Dass Vanessa fast mehr laufend als gehend unterwegs ist, zeigen diese Zahen: 2017 ist sie insgesamt 1.920,9 km gelaufen (davon waren 72 km bei Wettkämpfen), dieses Jahr ist sie bereits Mitte Juni 1.038,6 km gelaufen.

Aber kann man dem Körper wirklich so viel abverlangen? Vanessa sieht das positiv: „Bisher habe ich mich noch nie ernsthaft verletzt. Nur im Sommer, wenn ich mal zu wenig esse, hab ich leichte Kreislaufprobleme und Arne muss mich regelrecht auffangen: Aber trotzdem bin ich jetzt schon lange nicht mehr krank gewesen. Vielleicht hat das ja auch mit dem Laufen zu tun.“ Auch in Zukunft werden die beiden zusammen laufen. Sogar am Tag ihrer Hochzeit standen Vanessa und Arne auf der Tartanbahn – ausnahmsweise aber nicht in Laufschuhen, sondern ‚nur‘ für die Hochzeitsfotos. Wahrscheinlich sind sie das schnellste Ehepaar der UniBW.

Text und Fotos: Patrizia Wernicke

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"Just do it!"

Marsch 3
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„You are going to be a great soldier one day.“ Mit diesen Worten überreichte ein pensionierter Colonel der Marine Jakob Haug sein privates, militärisches Sporttrikot. Für den damals 15-jährigen Deutsch-Amerikaner, der gerade für ein Jahr in den USA bei seiner dortigen Familie lebte, war das ein ganz besonderes Zeichen der Anerkennung. „Ab diesem Moment stand für mich fest, dass ich später selbst einmal Soldat werden möchte.“ Mit 19 Jahren war es dann so weit, er durfte seinen Dienst bei der Bundeswehr antreten. Ein Traum ging in Erfüllung.

Auch nach mittlerweile zwei Jahren Dienst ist Jakob immer noch felsenfest davon überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Durch seine Berufswahl hat er nicht nur viele gute Kameraden und neue Freunde kennengelernt, sondern für sich auch eine neue Sportart entdeckt: das Marschieren. Für viele Soldaten der Bundeswehr sind die Märsche nur eine jährlich zu erbringende Leistung, eine Pflicht. Doch für Jakob ist das Marschieren ein Erlebnis. „Das Marschieren fordert sowohl den Körper, als auch den Willen. Vor allem, wenn es dann mal durch steiniges Gelände geht. Das Gepäck wiegt bis zu 25 kg. Das tut schon weh, an den Schultern und in den Beinen.“ Wenn dann mal Schmerzen in den Schultern auftreten oder die Beine schwer werden, dann hilft vor allem eins: das Singen von Maschliedern.

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"Oh du schöner Westerwald..."

Marsch 5
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Es erleichtert das Einhalten des Tempos und fördert außerdem die Stimmung, sowie die Motivation. Bei Strecken, die bis zu 50 km lang sind, ist das entscheidend. Da gilt es, auf den letzten Metern noch einmal die Zähne zusammenzubeißen. „Oh du schöner Westerwald, über deine Höhen pfeift der Wind so kalt, jedoch der kleinste Sonnenschein, dringt tief ins Herz hinein... Wenn wir das mit den Kameraden singen, dann entsteht so viel Lebensfreude und Gemeinschaftsgefühl – das ist kaum in Worte zu fassen. Das versteht man nur, wenn man so was selbst erlebt hat“, erklärt Jakob.

Jeder Meter, den Jakob und seine Kameraden zurücklegen, bringt sie dem Ziel einen Schritt näher. Bei manchen Märschen ist der Startpunkt des Marsches gleichzeitig auch das Ziel und man marschiert eine Runde, manchmal ist es aber auch ein ganz bestimmter Ort. Anfang dieses Jahres marschierte Jakob mit den Kameraden zum Kloster Andechs. „Eine traumhafte Aussicht, dazu ein kühles Weizenbier – und schon ist jede Anstrengung vergessen.“ Wenn die Zeit reicht, ist Jakob auch sonst gern und viel in den Bergen unterwegs – auch ohne Gepäck und Uniform. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm eine Reise nach Schottland, um dort gemeinsam mit einem Freund durch die Highlands zu wandern. In die USA, wo viele seiner Verwandten leben, reist er übrigens auch heute noch häufig. Die besondere Wertschätzung des Militärs in den USA gefällt ihm immer noch und auch das ganz praktische amerikanische Motto: „Just do it!“

Text und Fotos: Dominik Pellens

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„Ich lebe meinen Traum.“

Segelflieger 3
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„Das Teil beschleunigt schneller als ein Sportwagen.“ Mit diesem „Teil“ meint Tobias Böhm seinen Segelflieger. Kurz nach dem Startsignal wird der Gleiter kraftvoll durch eine Winde nach vorn katapultiert. Wir werden in den Sitz gepresst und innerhalb weniger Sekunden steigen wir auf über 300 Meter Höhe. Direkt nach dem Ausklinken der Winde sackt das Fluggerät ab, bis genügend Auftrieb zum Fliegen entstanden ist – ein unbeschreibliches Gefühl! Tobias hat mich auf einen Flug mitgenommen. Ich bekomme schon beim Start ein mulmiges Gefühl im Bauch, für Tobias aber bedeutet es pures Glück.

Die Aussicht am Flughafen in Unterwössen bei Traunstein ist einfach herrlich. Die Start- und Landebahn liegt direkt an den Alpen mit Blick auf den Chiemsee. „Für mich ist das eine besonders schöne Gegend, um zu fliegen“, sagt Tobias. In der Tat ist es nach dem aufregenden Start auch für mich ein Genuss zwischen den schroffen Berggipfeln durch das Tal zu gleiten. „Ich liebe die Freiheit in der Luft. Das Fliegen ist ein wunderbarer Ausgleich zum Alltag und dem Studium.“ Tobias ist Offizieranwärter und studiert Management und Medien an der Universität der Bundeswehr in München.

Trotz aller Leidenschaft ist das Segelfliegen keine gefahrlose Sportart. So erlebte auch Tobias schon mal den Abriss eines Windenseils bei einem Start. Der Pilot muss dann sehr schnell reagieren und in einen steilen Sinkflug gehen, um auf der Startbahn wieder zu landen. Diese Situation ist heikel, wird aber im Flugunterricht regelmäßig simuliert. Als es dann tatsächlich passierte, senkte Tobias die Nase des Flugzeuges schnell und konnte das Flugzeug sicher landen.

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Zusammen mit den Adlern in der Thermik

Marsch 5
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„Das Gefährlichste an der Fliegerei ist die Fahrt zum Flughafen“, sagt Tobias. Dennoch ist ein gesunder Respekt und vor allem ständiges Training die Lebensversicherung der Piloten.

Wie ein Pfeil gleitet der Segelflieger lautlos durch die Luft. Es gibt keine Motoren- oder Turbinengeräusche, lediglich ein leises Säuseln der Tragflächen ist in der Kabine zu vernehmen. Die Geschwindigkeit ist ohne Referenzpunkte kaum noch wahrzunehmen. Ich fühle mich schwerelos und langsam wird mir bewusst, was Tobias an der Fliegerei so fasziniert. Wenn die Bedingungen gut sind, können die Flugzeuge durch ihre perfekte Aerodynamik mehrere Stunden in der Luft bleiben. Dazu nutzen die Flieger die so genannte Thermik, das sind Aufwinde, die durch unterschiedliche Temperaturen entstehen. „Es ist schon ein besonderes Erlebnis mit einem Adler in der Thermik zu kreisen“, sagt Tobias.

Solche Flüge sind für ihn immer wieder unvergesslich: „Ich lebe meinen Traum.“ Bereits seit acht Jahren hat sich Tobias seiner Leidenschaft verschrieben. Schon mit 14 Jahren saß er im Cockpit. Mittlerweile hat der erfahrene Pilot rund 400 Flüge absolviert und damit über 200 Flugstunden gesammelt. Momentan befindet er sich in der Ausbildung zum Fluglehrer. Die Lizenz dazu erhält er diesen Sommer. Darauf freut er sich: „Ich möchte dann meine Erfahrungen und auch meine Leidenschaft weitergeben.“

Text und Fotos: Christoph Martin


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„Entweder ich pushe meine Schüler an ihr Limit oder eben mich selbst.“

Snowboard 3
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Kati Stelz stammt aus einer waschechten Skifahrerfamilie. Ihre Eltern lernten sich auf einer gemeinsamen Skifreizeit kennen. Schnee, Ski und Berge gehören zu ihrem Leben, seit sie denken kann. Am Anfang stand das Skifahren. Mit elf Jahren stieg sie dann aufs Snowboard um. „Am Boarden liebe ich besonders den Lifestyle, das Entspannte, Lockere. Außerdem habe ich eine Schwäche für sämtliche Sportarten, die sich rund um ein Board drehen“, erklärt Kati, die neben ihrem Snowboard auch ein Long- und ein Wakeboard im Keller stehen hat.

25 bis 30 Schneetage sammelt sie pro Jahr in den Bergen. Lange Anreisen aus der hessischen Heimat oder der Marineschule in Flensburg sind für sie keine Hürde, da die Zeit auf der Piste absolute Priorität hat. Durch ihr Psychologiestudium an der UniBw München kann sie heute die unmittelbare Nähe zu den Alpen genießen.

Dabei fährt sie nicht nur privat Snowboard. Seit über drei Jahren hat sie ihren Übungsleiterschein und begleitet Anfänger auf dem Board. Kati bringt ihnen das Liftfahren bei, die ersten Turns auf der Piste und zieht sie sogar über ihre ersten Boxen. Pro Saison leitet sie mindestens zwei solcher Kurse mit einer Teilnehmerzahl von sechs bis acht Kindern. „Nur bei so einer kleinen Gruppe kann ich mir sicher sein, dass ich alle Schüler beachten und sie individuell unterstützen kann, so dass am Ende des Kurses auch jeder den gewünschten Lernerfolg hat.“ Auch für sich selbst kann sie dabei eine Menge lernen. „Seit Jahren stehe ich als Übungsleiterin vor einer Gruppe, trage Verantwortung für meine Schüler und habe gelernt, für andere mitzudenken. Das hat mir viel mitgegeben, was Menschenkenntnis und soziale Kompetenz angeht.“

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"Ich bin mit dem alpinen Sport groß geworden."

Snowboard 5
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In der nächsten Zeit muss sich Kati jedoch erst einmal auf ihre eigene Technik fokussieren. Sie strebt für die kommende Saison den nächsthöheren Trainerschein an, mit dem sie dann auch Fortgeschrittene unterrichten kann. Für den neuen Schein muss sie als Übungsleiterin ein höheres persönliches Fahrkönnen aufweisen und außerdem mehr Freestyle und Theorie in den Unterricht einbringen. Damit setzt sie sich selbst ein neues Ziel – wofür wieder viele Schneetage notwendig sein werden. Auch ein neues Board soll her: „Gegenwärtig fahre ich mit einem Board, das für meine Zwecke zu weich und inzwischen auch schon in die Jahre gekommen ist. Am 14. Oktober 2018 findet im Kaunertal ein Board-Testival statt, das ich nutzen werde, um die neuesten Boards auszutesten und mich für eines zu entscheiden.“

Der 14. Oktober ist für sie ein ganz besonderer Tag. Es ist nämlich Katis Geburtstag, den sie schon immer als ihren persönlichen Saisonstart genutzt und somit im Schnee verbracht hat. Auch in Zukunft will sie das so beibehalten: „Ich bin mit dem alpinen Sport groß geworden und ich werde auch in Zukunft jede Möglichkeit für mich und später auch für meine Familie nutzen, um so viel Zeit wie möglich im Schnee und auf den Brettern zu verbringen.“

Text und Fotos: Madeleine Gerweck

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„Man muss mit der Ausrüstung vertraut sein.“

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Konzentrierte Gesichter, ein leises Zischen von Sauerstoffflaschen ertönt im Raum und viele Hände sind zu sehen, die die unterschiedlichsten Aufgaben erledigen: Es werden Westen geprüft, Atemstücke gecheckt und Zeichen zur Kommunikation besprochen. Dies ist der Anblick der Tauchgruppe der Universität der Bundeswehr. Mark Terre, 23 Jahre alt, ist Teil dieser Sportgruppe, die vom Sportzentrum geleitet wird.

Einmal in der Woche treffen sich die jungen Männer und Frauen, um zu trainieren und um die notwendigen Indoor-Stunden für den Tauchschein zu sammeln. Plätze werden genügend angeboten, sodass jeder teilnehmen kann. Denn Tauchen erfordert so manche Kenntnis wie Mark erzählt: „Es gibt viele Dinge, die man beachten muss. Da wäre zum einen die Sauerstoffflasche. Diese darf niemals leer gehen. Außerdem ist da der Druckausgleich, der ist wichtig, um schweren Verletzungen – wie einem geplatzten Trommelfell – vorzubeugen. Und man muss dringend mit seiner Ausrüstung vertraut sein.“

Die Ausrüstung eines Tauchers ist nicht nur erforderlich, um überhaupt tauchen zu können, sie ist außerdem die Lebensversicherung des Sportlers. Ein kleines Loch in einem Schlauch oder ein Defekt an einem anderen Teil, kann verheerende Folgen haben. Möglich wäre es beispielsweise, dass der Taucher plötzlich nicht mehr genügend Luft bekommt. Auch Mark weiß, dass diese Dinge wichtig sind, doch sind diese technischen Defekte nicht seine größte Sorge.

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„Dieses Gefühl der Schwerelosigkeit ist unbeschreiblich!“

Taucher 5
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Die so genannte Tiefenkrankheit, die durch schnelles Auf-, bzw. Abtauchen und falschen Druckausgleich ausgelöst wird, macht ihm etwas Angst. Hier kann es passieren, dass der Sportler das Bewusstsein verliert, orientierungslos wird oder lebenswichtige Organe nicht mehr richtig arbeiten. Was also treibt einen jungen, sportlichen Mann wie Mark an, Tauchen zu lernen? „Ich hatte schon immer Interesse an dieser Sportart. Ich glaube, ich fand Bilder und Videoaufnahmen unter Wasser schon immer sehr eindrucksvoll.“ Während Mark über dieses Thema redet, scheint sein Blick zu gleiten. Er wirkt verträumt und gleichzeitig glücklich darüber, dass sich sein Wunsch nun endlich erfüllt. Zwar taucht er erst seit wenigen Wochen, doch wirkt es so, als würde es ihm große Freude bereiten. Normalerweise muss man für einen Tauchschein ca. 500 Euro bezahlen, an der UniBw kostet er lediglich 40 Euro.

Mark erinnert sich gerne an seine erste Taucherfahrung: „Als ich zum ersten mal die Ausrüstung anzog“ – welche ca. 15 Kilo wiegt  – „und dann ins Wasser stieg, war ich einfach überwältigt! Dieses Gefühl der Schwerelosigkeit ist unbeschreiblich! Jede Bewegung bekommt seine eigene Leichtigkeit, das macht richtig Spaß.“ Im Moment hat Mark ein ganz konkretes Ziel vor Augen: Im Sommer fliegt er nach Ägypten, um nicht nur den Freiwasserteil für seinen Tauchschein abzulegen. Er möchte auch so tauchen, wie er es immer in den geliebten Videos sieht und das Gefühl der Schwerelosigkeit in vollen Zügen genießen.

Text und Fotos: Christoph Unland

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„Ich war die Kleine, die mitgezogen wurde.“

Volleyball 3
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Mit sieben Jahren hat sie angefangen – Anika Hatzenbühler ist Volleyballerin. „Ich war die Kleine, die mitgezogen wurde.“ Inzwischen ist sie seit 16 Jahren dabei. Kennengelernt hat sie den Sport durch ihre ältere Schwester. Diese war damals auch der Grund, weshalb sie überhaupt angefangen hat zu spielen. Für Anika war schon immer der Spaß das Wichtigste an ihrem Sport. Mit 13 Jahren spielte sie zwar kurzzeitig in der Landesauswahl, aber dort blieb sie nicht lange. Sieben Stunden Training in der Woche, dazu jeweils eine Stunde Anfahrt; das war ihr einfach zu viel.

Als talentierte Amateurin entdeckt wurde sie während eines Sportfests der Offizierschule. Beim „Beachen“ sprach sie ein Sportoffizier an, ob sie nicht Lust hätte, an der Weltmeisterschaft teilzunehmen. Der Sportoffizier kannte den Trainer der deutschen Nationalmannschaft.

Inzwischen ist sie Teil des Teams und war mit dabei bei der Weltmeisterschaft. Drei Tage lang hatten sie sich intensiv vorbereitet, bevor sie an der Navy-Base angekommen sind. „Das Gelände ist zehn mal so groß wie unsere Uni“, erzählt Anika beeindruckt. Es war eine entspannte Atmosphäre. Die Teams waren direkt am Strand untergebracht. Beim Frühstück, Mittag- und Abendessen wurde viel erzählt. „Ich habe tolle Leute kennengelernt und von den Spielen war jedes einzelne sehr spannend.“ Gespielt haben sie gegen Kanada, die USA, China und Holland – und erreichten den 3. Platz.

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„Diejenige, die die 2,10-m-Frau blockt, bekommt Champagne Showers.“

Volleyball 5
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Ihre stärksten Gegner waren die USA und China, mit einem Team bestehend aus Olympiaspielerinnen: „Keine Frau unter 1,85 m war dabei“. Doch das deutsche Team ließ sich dadurch nicht entmutigen. Ganz im Gegenteil – es wurde gescherzt: „Diejenige, die die 2,10-m-Frau blockt, bekommt Champagne Showers“, war die Devise der Spielerinnen. Anika selbst hat nicht viel gespielt. Sie ist als Reservespielerin mitgefahren. Aber die Spielerfahrung und der Spaß waren für sie die Hauptsache. „Es ist nichts, was man einfach so erlebt. Das war schon etwas Besonderes und ich bin super froh, dass ich mitfahren konnte.“

Im Moment spielt Anika zweimal die Woche an der Uni. Der Schwerpunkt liegt für sie dabei wieder auf dem Spiel und nicht auf der Technik. Schwache und Starke spielen gemeinsam. Der Spaß steht im Vordergrund. Bei gutem Wetter spielt das Team auch gerne draußen. Anika ist der Meinung, die Basics kann jeder schnell lernen, nur die Technik dauert eine Weile. „Volleyball kann jeder spielen und es macht eigentlich jedem Spaß. Ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen“, sagt sie.

Am ersten Mai-Wochenende 2018 ist sie, gemeinsam mit der Hochschulmannschaft der Uni, zum Deutschen Hochschulpokal nach Rüsselsheim gefahren. Die Uni hat zwei Teams gestellt. Sie selbst war diesmal nur zum Anfeuern dort – aber dass ihr Team im Finale gegen die Helmut-Schmidt-Universität gewonnen hat, war ein Triumph, erzählt Anika. Im nächsten Jahr wird die UniBw den Pokal ausrichten. Natürlich wird Anika dabei sein. Schließlich gehört Volleyball zu ihrem Leben.

Text und Fotos: Michaela Schlich

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