Zufrieden ist Yves nicht. Am Ende des zweiten Wettkampftag ist der Druck hoch. Ob es reichen wird? Ein Beitrag über einen Leistungssportler, der nicht nur um den Sieg, sondern auch um seine Förderung kämpft.
Wird Yves es schaffen?
Yves ist 26 Jahre alt, Berufssoldat und seit November Teil der Sportfördergruppe der Bundeswehr in München. Heute lebt er das, wovon viele nur träumen: Seit dem 1. April 2025 „darf ich mich auch offiziell als Spitzensportler betiteln“, erzählt er mit spürbarem Stolz. Doch der Weg dorthin war lang und nicht geplant. Und könnte auch wieder schnell vorbei sein, denn der erste Wettkampf steht bevor und die Ergebnisse entscheiden über Yves weiteren Karriereweg.
Yves’ Laufbahn begann mit dem Vortrag eines Berufsoffiziers auf einer Berufsmesse. „Ich war sofort überwältigt“, erinnert er sich. „Das klang super interessant.“ Er ließ sich beraten und ging mit einem breiten Grinsen nach Hause. Kurz darauf entschied er sich für die Bundeswehr – als IT-Soldat.
Nach Grundausbildung und Lehrgängen stellte er schnell fest: IT ist nicht seine Welt. Der Sport schon eher.
Yves in seiner militärischen Ausbildung. Quelle: Archivmaterial/Yves
Stattdessen entdeckt er CrossFit, ein Mix aus Kraft-, Bodyweight- und Ausdauertraining für sich. Er wird militärischer Ausbilder, leitet Schießausbildungen und fährt auf Truppenübungsplätze. „Ich habe wirklich mehr das gemacht, worauf ich Lust hatte“, sagt er. Der Sport rückt langsam, aber stetig ins Zentrum seines Alltags.
Nach der Auszeichnung als "zweitfittester Soldat der Bundeswehr" hat er "Blut geleckt". Ein Jahr später holt er sich den Titel: "Fittester Soldat der Bundeswehr 2023", ein erfolgreiches Jahr.
In seiner Freizeit nimmt Yves an verschiedenen Wettkämpfen teil. Quelle: Archivmaterial/Yves
Jeder Zug am Seil bringt Yves seinem Ziel ein Stück näher: Selbstoptimierung. Quelle: Archivmaterial/Yves
Die Auszeichnung "Fittester Soldat der Bundeswehr". Quelle: Archivmaterial/Yves
Über einen CrossFit-Kollegen hört Yves immer wieder vom militärischen Fünfkampf. Doch ernst wird es erst 2024: Eine E-Mail, ein Reminder, ein paar eingereichte Testergebnisse. „Und dann habe ich mir gedacht, komm, ich nehme jetzt mal einen Tag Zeit und mache den Lauf, mache das Schwimmen und das Werfen, was quasi die Vororientierungs-Eingangstests sind.“ Kurz darauf wird er zur Talentsichtung eingeladen.
Er reist direkt aus Warschau an, wo er auf einer Hochzeit war und überzeugt die Trainer. „Hier hab ich erstmalig das Team kennengelernt. Und war sehr, sehr überrascht. Es ist ja so ein elitärer Kreis hier. Das waren damals nur 5 Athleten. Aber alle waren so unglaublich nett, obwohl die so ein hohes Leistungsniveau haben“, sagt er über sein erstes Treffen mit dem Team. Er besteht die Tests, darf starten - zunächst auf Probe.
Nach einem Trainingslager in Brasilien, Leistungstests in Warendorf und schlafarmen Wochen in München folgt das Tief: Sein Status als Berufssoldat auf einer sogenannten „Mangelverwendung“ in der IT-Schiene droht zur Hürde zu werden. Die Versetzung nach München - und damit zum Spitzensport - scheint zu scheitern:
Und ja...mein Traum vom Fünfkampf ist dann geplatzt.
Yves
Zumindest vorerst. Doch nach Gesprächen, Verhandlungen und einer Rückzahlung der Verpflichtungsprämie zum IT-Feldwebel klappt es doch. Am 1. April 2025 beginnt Yves' neues Leben als Sportsoldat.
Heute trainiert Yves fast ohne Pause. „ Wir haben ja tatsächlich auch nur einen Restday im Monat, was mein Körper absolut gar nicht kennt“. Das Leben als Spitzensportler ist fordernder als gedacht, körperlich wie emotional. „Rein rechnerisch dachte ich, neun Stunden arbeiten fällt weg, mein Training fällt auch weg, weil das ja quasi der Dienst, der Dienst ist ja Sport machen, beziehungsweise trainieren." Trotzdem erlebt er große Einschnitte.
Sein soziales Umfeld hat sich stark verändert. „Ich muss sagen, mein Privatleben hat sich stark dezimiert. Ich hatte gerade in Würzburg einen sehr, sehr großen Freundeskreis. Das leidet leider sehr, weil ich weniger Zeit am Handy bin. Natürlich auch nicht zu Hause bin.“ Und trotzdem:
Es war quasi der Traum, von dem ich nicht wusste, dass ich ihn habe.
Yves
Es ist ein Satz, der Yves auf den Punkt bringt: diszipliniert, reflektiert und hungrig.
Thorsten über die Förderung und die Sportfördergruppe
Mitgliedsstaaten beim CISM
Der Militärische Fünfkampf wurde entwickelt, um die vielseitigen Anforderungen an Infanteriesoldaten sportlich darzustellen. Seit 1950 finden jährlich Weltmeisterschaften statt. Immer mehr Nationen beteiligen sich an den Wettkämpfen. Organisiert wird der Sport vom „Conseil International du Sport Militaire“ (CISM), einem der größten Sportverbände weltweit mit 140 Mitgliedstaaten.
Teilnehmende Pentatleten an den Military World Games
CISM veranstaltet pro Jahr rund 20 Weltmeisterschaften und fördert mit dem Motto „Friendship through Sport“ ein friedliches und freundschaftliches Miteinander. Deutschland ist seit 1959 Mitglied und richtet seit 1960 regelmäßig Meisterschaften aus. Auch bei den alle vier Jahre stattfindenden Military World Games war Deutschland vertreten, zuletzt 2019 im chinesischen Whuhan, mit rund 12.000 Teilnehmern in verschiedenen Diziplinen. Im militärischen Fünfkampf sind 25 Nationen angetreten, 178 Fünfkämpferinnen und Fünfkämpfer, davon waren 48 weiblich und 130 männlich. Darunter auch das Team der Sportfördergruppe München.
Athleten und Athletinnen in München
Die Sportfördergruppe München zählt aktuell zehn Pentathleten in ihrem Team, vier Athletinnen und sechs Athleten. Yves hatte also Recht, wenn er sagt: "Es ist ja so ein elitärer Kreis hier."
Thorsten über Yves Weg in die Sportfördergruppe und mehr
Der militärische Fünfkampf ist keine Sportart für halbe Sachen. Er kombiniert Ausdauer, Präzision, Schnelligkeit und Kraft, alles unter Wettkampfbedingungen, die nur ein Ziel kennen: die maximale Leistung. Yves, seit April Teil des Spitzensportteams in München, beschreibt es mit einem Satz: „Man ist da eben durchgängig unter Strom.“
Danny über das Training und Yves Fortschritte
Der militärische Fünfkampf ist ein Mehrkampf, exklusiv für Militärangehörige. „Eine reine Militärsportart, die gibt es auch nur innerhalb von Militärs verschiedener Nationen“, erklärt Yves. Früher noch in Uniform, treten die Soldatinnen und Soldaten heute in Sportkleidung an. Die Disziplinen sind festgelegt und folgen stets derselben Reihenfolge:
Zwei Teile: Precision Fire (10 Schuss in 10 Minuten) und Rapid Fire (10 Schuss in 1 Minute). „Man muss seine Ausrüstung blind beherrschen“, sagt Yves. „Jeder Winkel der Waffe muss stimmen.“ Ab 180 Ringen sind 1000 Punkte drin, Yves ist knapp dran: „Ich glaube, ich komme damit über die 1000 Punkte.“
500 Meter, 20 Hindernisse (Männer) bzw. 16 (Frauen). Die CISM-Bahn ist wie „die normale HiBa (Hindernisbahn) auf Crack“, meint Yves augenzwinkernd. Deutlich höher, länger, technisch anspruchsvoller. Sie ist „die Königsdisziplin“ und „der Schwerpunkt im militärischen Fünfkampf. Im letzten Trainingsdurchgang hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Da hatte ich mit einer Minute Pause zwischen zwei Hälften eine Zeit von 2:38. Das wären knapp über 1000 Punkte.“
50 Meter mit vier Hindernissen: drüber, drunter, durch. „Man muss nicht der beste Schwimmer sein, je robuster und stärker man gebaut ist, desto besser kann man auch das Schwimmen ausgleichen.“ Yves’ Topdisziplin: „Ich glaube, dass ich hier durch meine Vorerfahrung im Crossfit die Hindernisse leichter überwältigen kann, da wir auch hier turnerische Elemente immer geübt haben.“
Zwei Teile: Zielwurf (4 Kreise treffen) + Weitwurf (max. Meter). „Wir werfen mit einem Handgranatenwurfkörper, der ist das Äquivalent zur normalen Handgranate in der Bundeswehr. Das heißt, die Form ist gleich, aber auch das Gewicht“, nur ohne den Sprengstoff. Seine Schwäche: „ Ehrlich gesagt, ist Werfen meine bislang schlechteste Disziplin. Ich glaube, es ist tatsächlich die Hand-Augen-Koordination."
8000 Meter (Männer), 4000 Meter (Frauen), auf Naturstrecken. „Laufen lernt man nur durch Laufen“, sagt Yves. „Ich wäre gern besser, sage ich ganz ehrlich. Ich glaube, das braucht leider einfach Zeit. Ich habe mich jetzt um ungefähr eine Minute gesteigert bei dem Geländelauf.“
Jörg übers Schießen und die Trainingswaffe
„Derzeit sind wir Montag, Mittwoch und Freitag in der Schwimmhalle“, beschreibt Yves seinen Trainingsrhythmus. Dort steht nicht einfaches Schwimmen auf dem Plan, sondern die Hindernisbahn im Wasser: „ Wir wissen genau, wir fangen nach dem Hindernis mit dem rechten Arm an, schlagen sechsmal ins Wasser, ziehen uns am Hindernis entlang und folgen so unserem Ablauf, den wir dann vorher trainiert haben.“ Präzision bis ins kleinste Detail, unter hoher Belastung. Nach dem Wassertraining geht es oft direkt in die nächste Disziplin: „ Und meistens gegen 14 Uhr startet dann das Nachmittagstraining. Hier, ich nehme jetzt mal den Montag, stehen Intervalle auf dem Plan. Entweder Tempoläufe oder VO2max-Intervalle. Je nach Trainingszyklus. Hier hat jeder seine eigenen Intervalle. Also je nach Leistungsniveau muss quasi jeder verschiedene Intervalle laufen, da die Trainingszeit in Summe dann am Ende gesamt für alle gleich ist.“
Wie gut jemand ist, zeigt sich in den Punkten. 4700 Mindestpunkte muss Yves in einem der Wettkämpfe erreichen, um im Team bleiben zu dürfen. Eine hohe Hürde: „Ich kann mir eine Streichdisziplin erlauben im Fünfkampf, in der ich keine 1000 Punkte mache. Was bei mir wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich das Werfen sein wird.“
Yves ist neu im Fünfkampf, aber nicht im Training. Seine CrossFit-Vergangenheit hilft ihm, vor allem bei Ausdauer, Hindernis und Kraft. „Ich möchte besser sein als die anderen Neulinge“, gibt er offen zu. Er ist realistisch und doch ambitioniert: „Das ist mein erster Wettkampf, niemand erwartet wirklich was von mir, außer ich selbst und eigentlich auch der Trainer“.
Für den ersten Wettkampf, der in München stattfindet, ist die Ausgangslage gut: "Das ist natürlich ein großes Heimspiel für uns. Wir kennen die Hindernisbahnen, sowohl im Wasser als auch an Land. Wir kennen die Schießanlagen und auch die Wurfstände und sogar die Wettkampfstrecke“. Doch mit Blick auf Tschechien oder Norwegen steigt die Unsicherheit: anderes Terrain, unbekannte Abläufe und weniger Spielraum für Fehler.
Es sind nur noch wenige Tage bis zu Yves’ erstem Wettkampf im militärischen Fünfkamp. Sechs Nationen nehmen teil. Neben Deutschland sind es Finnland, Tschechien, Dänemark, Österreich und Norwegen. Er ist neu im deutschen Team, frisch versetzt nach München und doch steht jetzt schon viel auf dem Spiel. „Für den Folgewettkampf in Norwegen, da kommen nur die besten fünf Männer weiter und wir haben Stand jetzt sechs Männer. Das heißt, wenn ich der Letzte bin, komme ich nicht mit nach Norwegen“. Von sechs Startern wird einer gestrichen. Es wäre ein herber Rückschlag, nicht nur sportlich.
Yves’ erste Wettkampfteilnahme in München ist mehr als ein sportlicher Einstand. Er braucht die Mindestpunktzahl von 4700 Punkten, um in der Sportförderung bleiben zu dürfen. „Zusätzlichen Druck habe ich von meinem Trainer bekommen. Denn nach dem ersten militärischen Fünfkampfwettkampf findet die erste Fitnessbundesliga statt. Das ist ein deutschlandweiter Crossfit-Wettkampf, der dieses Jahr in Thüringen ausgetragen wird. Hierfür bin ich von meiner alten CrossFit-Box noch eingeplant worden, da die Aushilfe gebraucht haben und ich habe zugesagt. Der Trainer meinte jedoch, ich darf nur daran teilnehmen, wenn ich in dem Wettkampf in München meine Mindestpunktsaal erreiche und mich für Norwegen qualifiziere.“ Der Druck kommt also von allen Seiten: von ihm selbst, vom System, vom Team, vom Trainer. „Ich hoffe, dass ich unter Druck besser arbeite als im Training“.
Wie geht man mit so viel Druck um? Yves hat gelernt, zu differenzieren: „Gerade bei den Disziplinen Werfen und Schießen, da verdränge ich ihn eher. Oder ich probiere ihn zumindest zu verdrängen. Bei den anderen Hindernissen zehre ich, glaube ich, davon. Vor allem bei der Hindernisbahn, da kann man, glaube ich, wirklich mit dem Druck arbeiten, weil man so viel Adrenalin und Power auf einmal hat, dass man es, glaube ich, wirklich in Bestzeiten umsetzen kann“. Was hilft ihm noch? Das Team. „Man sieht es den anderen an, wenn die Laune im Keller ist. Dann motivieren wir uns gegenseitig.“ Gerade die erfahrenen Kameraden geben Gelassenheit weiter: „Die sagen: Erster Wettkampf, der geht eh meistens schief. Kein Stress.“ Trotzdem: Yves will liefern. Nicht nur, weil er muss, sondern weil er kann.
Yves weiß genau, was im schlimmsten Fall passiert, wenn er die Punkte nicht holt: „dass ich nur noch den Wettkampf in Tschechien Österreich zur Verfügung habe. Das heißt, ich habe nur noch zwei Optionen, um meine Mindestpunktzahl zu erreichen. Sollte ich die nicht erreichen, fliege ich tatsächlich ganz knallhart aus dem Team raus. Das wäre natürlich auch ein schnelles Aus.“
Doch Yves bleibt sich treu: optimistisch und fokussiert.
Ich bin sicher, dass es klappen wird. Vielleicht bin ich ein blinder Träumer, aber bisher lief alles gut in meinem Leben.
Yves
Was treibt jemanden an, sich diesem System, dieser Belastung auszusetzen? Für Yves ist die Antwort klar: Selbstverwirklichung. „Du kannst halt wirklich deinen Job zu deiner Passion machen, weil du wirklich professionelle Begleitung hast durch den Trainer, ein super elitäres Team um dich herum und gemeinsam kommst du dann an deine Ziele“. Sein erster Wettkampf ist nicht nur ein Prüfstein. Es ist der Moment, in dem sich entscheidet, ob sein neuer Traum weitergehen darf.
Yves startet mit großen Erwartungen ins Schießen und wird direkt auf den Boden der Realität geholt. „Beim Schießen war ich sehr überrascht. Ich war deutlich aufgeregter als gedacht. Also gerade beim Warm-Up-Schießen, da war noch alles okay. Da habe ich auch echt gut geschossen. Und als es dann los ging mit dem Präzisionsfeuer, habe ich schon gemerkt, okay, die Aufregung kommt gerade richtig in mir hoch.“ Mit 90 Treffern im Präzisionsfeuer und 77 Punkten im Schnellfeuer landet er bei insgesamt 167 Punkten, ein für ihn enttäuschender Auftakt. „Das war schon ein Schlag ins Gesicht zum Wettkampfbeginn.“ Doch Yves beweist Haltung und richtet den Blick direkt auf die nächste Disziplin.
Die Nervosität bleibt und erreicht vor der Hindernisbahn ihren Höhepunkt. „Ich war noch nie in meinem Leben so aufgeregt vor irgendwas wie vor dieser Hindernisbahn […] das ging so richtig durch Mark und Bein.“ Im direkten Duell auf der Bahn muss Yves zunächst einen Rückstand aufholen. „Der Finne, gegen den ich gelaufen bin, der war nach der Hälfte der Hindernisbahn vor mir. Und ich wusste aber zu dem Zeitpunkt, ich kriege den auf jeden Fall noch.“ Mit einer Zeit von 2:41,5 Minuten übertrifft er seine Trainingsergebnisse deutlich und kratzt in dieser Disziplin an der 1000-Punkte-Marke. „Ich habe mich grob so auf die 2:40 orientieren wollen, weil es auch die 1000 Punkte gibt, die ich erreichen wollte.“ Auch wenn ihm im Nachhinein kleinere Fehler auffallen, ist Yves zufrieden mit seiner Leistung.
Yves über die unerwartete Aufregung bei der Hindernisbahn
Im Wasser liefert er seine stärkste Disziplin ab. „Das Hindernisschwimmen, da war ich tatsächlich gar nicht so aufgeregt. […] Ich wusste, ich kann es.“ Ein vermeintlicher Penalty wegen zu spätem Einchecken sorgt kurzzeitig für Frust, am Ende wird er jedoch nicht gewertet. „Das hat meine Laune erstmal ein bisschen weit in den Keller geschubst. […] Auf jeden Fall hatte ich ein Riesenglück und der Penalty wurde nicht gewertet.“ Mit einer Zeit von 27,0 Sekunden unterbietet Yves seine bisherige Bestzeit vom 27,7 Sekunden. „Das ist schon eine sehr, sehr gute Zeit."
Hier offenbart sich die Schwachstelle im Wettkampf. Bereits beim Warm-up plagen Yves Schmerzen in Schulter und Latissimus. „Ich habe festgestellt, ja, ich glaube, ich habe vielleicht ein Ticken zu viel trainiert.“ Mit 76 Punkten im Zielwurf und 43 im Weitwurf bleibt er deutlich unter seinen Erwartungen. „Also zehn Punkte mehr hätten mir schon einiges weitergeholfen.“ Trotz schwieriger Bedingungen und Regen ist Yves realistisch: „Ich glaube, wenn das irgendwann mal sitzt, dann kann ich auch eine solide Weitwurfmarke aufbauen."
Ausgerechnet beim Werfen spielt das Wetter nicht mit.
Der abschließende 8000-Meter-Lauf wird zur mentalen Prüfung. „Ich bin konservativ mit der 3:50er-Pace angegangen und bin dann sogar mittig irgendwann eingebrochen.“ Mit einer Zeit von 31 Minuten liegt Yves zehn Sekunden hinter seiner alten Bestzeit zurück, trotz deutlich höherem Trainingsaufwand. „Ich bin jetzt zehn Sekunden schlechter geworden, trotz nahezu 2000 Kilometer Lauftraining.“ Die Enttäuschung sitzt tief: „Das hat mich dann schon mental gebrochen".
Yves’ Debüt im militärischen Fünfkampf ist geprägt von Emotionen, Lernerfahrungen und starken Schwankungen in den Leistungen. Mit 4620 Punkten erreicht er Platz 2 in der Newcomer-Wertung, bei nur drei Teilnehmenden ein bittersüßer Erfolg. „Das war eine traurige Siegerehrung. […] Das ist schon immer irgendwie nochmal ein Extraschlag ins Gesicht.“ Trotzdem trägt er als Mitglied der deutschen Herrenmannschaft zum Gesamtsieg in der Teamwertung bei. Die Teilnahme am nächsten Wettkampf in Norwegen ist gesichert, auch wenn die Zielpunktzahl von 4700, die für die Sicherung der Förderung vorgegeben sind, noch nicht erreicht wurde.
Ich glaube, mit der Grundlage, die wir haben, und den Erfahrungen, die ich gesammelt habe, kann ich auf jeden Fall bei den nächsten Wettkämpfen die Punktzahl erreichen.
Yves
Aufregung, Action und Yves abschließendes Fazit zum ersten Wettkampf
und die Punkte erreicht "...und somit die nächste Saison gesichert", wie er uns sagt.
Der Wettkampf lief sehr gut. 200 Punkte besser als in München.
Yves
Trotz des unbekannten Terrains. Nach den Erfahrungen aus seinem Debüt ist der Ehrgeiz groß gewesen und somit auch der Druck. Aus dem Lernprozess ist ein echtes Ausrufezeichen geworden. Yves hat dem Druck standgehalten und seinen Traum verwirklicht!